Die Jugend von heute oder: Das merkwürdige Verhältnis der Generation Y zum Geld

Seit der „Wiedervereinigung“ Deutschlands hat sich eine neue Spezies gebildet. Früher gab es den „Ossi“ und den „Wessi“, beide unterschieden sich durch ihre  unterschiedliche kulturelle und gesellschaftliche Vorgeschichte erheblich voneinander: der „Ossi“ lebte 40 Jahre in der „sozialistischen Planwirtschaft“ – er kannte keine Marktwirtschaft und Geld war nur das Tausch-und Zahlungsmittel, als das es vor Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden erfunden wurde. Er kannte keinen Zins-und Zinseszinswucher und keine daraus resultierende Inflation. Da es in der DDR nicht nur das Recht auf Arbeit gab, sondern sogar die Pflicht zur Arbeit bestand (schließlich war die DDR im Grunde nur ein riesiges „Arbeitslager“ der UdSSR) und jeder Bürger somit wußte, daß am Zahltag wieder frisches Geld reinkommt, war Geld im Grunde überhaupt kein Thema für den DDR-Bürger – schließlich gab es ja auch gar nicht genug Waren zu kaufen! Der Ossi kannte keinen Konkurrenzkampf – er kannte nur Kollektiv! An seinem Arbeitsplatz waren praktisch alle Kollegen gleichzeitig Freunde, die miteinander arbeiteten und tlw. auch lebten.

Generation Y & Geld

Will man das Verhältnis der Generation Y zum Thema „Geld“ beschreiben, passt ein Beziehungsstatus von Facebook ganz gut: „es ist kompliziert“ Doch was tun?

Der BRD-Bürger dagegen lebte in der „kapitalistischen Marktwirtschaft“ und wie der Name „KAPITALismus“ es schon suggeriert, geht es hier nur um eins: ums Geld! Seine Kollegen sind in erster Linie Konkurrenten, die seinem Erfolg im Wege stehen, gegen die man sich behaupten und durchsetzen muß, wenn man als erster befördert werden will oder die nächste Gehaltserhöhung oder Prämienzahlung haben will oder haben muß, um seine Schulden zu bezahlen. Denn seit der Aufhebung des Goldstandards und der damit verbundenen „Lizenz zum Gelddrucken“ für die Banken – von welchem diese natürlich regen Gebrauch machen – ist die Inflation dramatisch angestiegen und damit – zwangsläufig – auch die Verschuldung der Staaten, Länder, Gemeinden, Unternehmen und natürlich der privaten Haushalte! Diese Gegebenheiten zwingen den Menschen förmlich in Egoismus und Eigensinn, denn der Überlebensdrang des Menschen ist stärker als seine soziale Bindung und Stellung!

Durch die inszenierte „Wiedervereinigung“ 1990, der Gründung der EU 1992 und v.a. der Euro-Einführung 2002 hat man hier jedoch ein völlig neues, in seiner Niederträchtigkeit und Brutalität geradezu geniales Wirtschaftssystem installiert (die französische „Le Monde“ feierte dieses Ereignis mit den Worten „Versailles sans guerre“: Versailles ohne Krieg). Und dieses System hat – unterstützt durch profitgesteuerte Medienkonzerne und die kapitalistische Bildungsindustrie – eine völlig neue Spezies hervorgebracht: die „Generation Y“. Diese Generation denkt völlig anders als der „Ossi“ und der „Wessi“ und genau hier stellt sich das Problem, daß die Arbeitgeber-Generation und die Arbeitnehmer-Generation („Generation Y“ eben) völlig unterschiedliche Ansichten haben, was sich erheblich auf den Arbeitsmarkt auswirkt!

Aber auch in finanzieller Sicht denkt die „Generation Y“ völlig anders: denn sie wurde durch die Bildungsindustrie nicht nur zum gehorsamen Arbeits-und Zahlsklaven  ausgebildet, sondern auch zum (sich selber gegenüber) rücksichtslosen Konsumenten! Die Jugend von heute hat eine völlig andere Einstellung zu Geld. Wurde man vor einem Vierteljahrhundert noch komisch angesehen, wenn man private Schulden hatte oder eine Rechnung nicht pünktlich bezahlte, wird man heute wie ein Außerirdischer argwöhnisch betrachtet, wenn man NICHT konsumiert und NICHT verschuldet ist!

Was der „Generation Y“ heute wichtig ist und wie Sie über Geldfragen denken, hat die Huffington Post hier recherchiert. Viel Spaß beim lesen!

One comment on “Die Jugend von heute oder: Das merkwürdige Verhältnis der Generation Y zum Geld

  1. Pingback: Das Risiko des sicheren Wegs der "Generation Y"

Schreibe einen Kommentar