Bedingungsloses Grundeinkommen: Utopie oder Notwendigkeit?

Die Diskussionen um ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ bzw. eine „bedingungslose Grundversorgung“ sind ja bereits Jahrzehnte alt. Aber alle Jahre wieder gibt es zahlreiche Diskussionen darüber. Manche behaupten, das würde nicht funktionieren, weil dann „niemand mehr arbeiten würde“.  Laut einer aktuellen Umfrage, die vor einigen Wochen durchs Internet grasierte gaben ca. 80% der Befragten an, auch trotz eines Bedingungslosen Grundeinkommens weiterzuarbeiten. Kurioserweise glaubten aber auch 80% der Teilnehmer nicht daran, daß andere ebenfalls so denken würden! Allerdings widerlegt dies allein die Statistik der rund 20 Mio. (17-24 Mio. – je nach Statistik) ehrenamtlich tätigen Menschen in Deutschland!

Ist das einzige „Argument“ gegen ein Bedingungsloses Grundeinkommen also das Mißtrauen gegenüber der Gesellschaft?

Marx/Engels: Manifest der Kommunistischen Partei Bedingungsloses Grundeinkommen?

Marx/Engels: Manifest der Kommunistischen Partei – Denkanstoß für Bedingungsloses Grundeinkommen?

Grundsätzlich ist es so, daß „Arbeit“ im herkömmlichen Sinne (also „Handarbeit“ durch Menschen) langsam aber sicher obsolet wird, da der Großteil dieser Arbeit heute von Maschinen erledigt wird. Computer haben in den letzten 20 Jahren zu einer weiteren Automatisierung zahlreicher Produktionsprozesse geführt. Aber ist das nun eigentlich ein Problem oder ein Segen? Fakt ist, daß es eine Errungenschaft der Menschheit ist, sich durch technologischen Fortschritt viel monotone Routinearbeiten (Fließbandarbeit bspw.) ersparen zu können. Das Problem daran ist jedoch, daß von diesem Fortschritt einzig und allein die Besitzer dieser Maschinen profitieren, die den Ertrag der Produktion ihrer Maschinen ernten (für alle „Wessis“, die Karl Marx nur im Rahmen der „kapitalistischen Propaganda kennen: Karl Marx hatte dieses Problem schon vor rund 150 Jahren erkannt und in seinem „Manifest der kommunistischen Partei“ niedergeschrieben. Selbst heute noch gerne als „Utopie“ verschriehen, beweist sich aber für den objektiven Betrachter, daß seine Prognosen genau so eingetroffen sind!), weil sie das „Privateigentum an Produktionsmitteln“ besitzen!

Entwicklung der Weltbevölkerung

Entwicklung der Weltbevölkerung (Quelle: faz.net)

Verschärft wird dieses Problem außerdem noch durch die rasant wachsende Weltbevölkerung – alle 12-15 Jahre wächst diese nämlich inzwischen um eine weitere Milliarde an und schon heute ist es de facto nicht mehr möglich, all diese Menschen im Einklang mit der Natur mit Nahrung, Wasser, Wohnraum und Energie zu versorgen! Selbst die Weltbank warnt bereits vor einer „globalen Jobkrise“. Allein um dem Bevölkerungszuwachs Herr zu werden müßten bis 2030 ganze 600 Mio. neue Arbeitsplätze geschaffen werden – zusätzlich zu den laut UN jetzt schon knapp 200 Mio. Arbeitslosen weltweit! Dunkelziffer unbekannt, da Arbeitslosenzahlen ja ganz erheblich geschönt werden. So hat bspw. Deutschland trotz knapp 10 Mio. ALG2-und knapp 5 ALG1-Beziehern „nur“ rund 3 Mio. Arbeitslose…

Kerngedanke des Bedingungsloses Grundeinkommens sieht vor, daß jeder Bürger unabhängig seines Status, seiner Tätigkeit oder sonstiger Kriterien (eben „bedingungslos“) monatlich „Summe X“ zur Deckung seiner Lebenskosten erhalten solle. Bereits 2009 wurden im Rahmen einer Bundestagspetition über 50.000 Unterschriften für ein Bedingungsloses Grundeinkommen gesammelt.

Fazit: „Arbeit“ im herkömmlichen Sinne ist bis auf wenige Branchen akut vom Aussterben bedroht! Von daher sind Überlegungen wie die eines Bedingungslosen Grundeinkommens fast schon zwingend nötig! Außerdem würde ein bedingungsloses Grundeinkommen vielen Menschen die Möglichkeit geben, etwas Sinnvolles zu tun, sich selbst zu verwirklichen, gemeinnützigen Arbeiten zum Wohle der Gesellschaft nachzugehen, der Kunst zu fröhnen oder aber auch einfach nur herumzugogeln, also nichts zu tun (auch solche Menschen soll es geben…)

Und in einem Experiment wurde bereits in den 70er Jahren nachgewiesen, daß ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht nur funktioniert, sondern sogar ausgesprochen positive Auswirkungen auf seine Bürger hat (siehe: Die Stadt, die all ihren Bewohnern ein bedingungsloses Grundeinkommen schenkte)! Als Ansatz für ein Bedingungsloses Grundeinkommen gilt bspw. auch die „Lebensgeld“-Theorie.

Wenn ein bedingungsloses Grundeinkommen so gut ist, warum gibt es dann so viele Kritiker?

Nun, dafür gibt es spontan 3 Gründe:

  1. Zunächst mal gibt es IMMER Kritiker, wenn alt eingesessene Konstrukte über den Haufen geworfen werden sollen. Das liegt einfach in der Natur der Sache, weil man mit einer derartigen Revolution zahlreichen Verfechtern der bisherigen Systeme den Lebensinhalt nehmen würde.
  2. Zum anderen wären eine Unmenge an „Staatsbeamten“, die die derzeitigen ebenso unzähligen wie unsinnigen „Förderprogramme“ verwalten, plötzlich „beschäftigungslos“. Alleine die gut 70.000 Mitarbeiter der 408 Jobcenter in Deutschland hätten plötzlich keine Aufgabe mehr! Desweiteren gönnt sich die Bundesrepublik Deutschland rund 2 Mio. Mitarbeiter für die Verwaltung Deutschlands und seiner gut 80 Mio. Bürger (plus Migranten) (zum Vergleich: 1891 benötigte Deutschland nur ca. 600.000 Beamte für rund 65 Mio. Einwohner, aber ca. 25% mehr Fläche – und das OHNE Computer, Email, Internet, Fax, Kopierer, Drucker und Telefonie!)
  3. Ein Bedingungsloses Grundeinkommen würde fast zwingend voraussetzen, daß das Recht der Geldschöpfung in staatlicher Hand liegt (s. „Lebensgeld-Theorie“) und müßte somit den Privatbanken wieder entrissen werden. Aber genau DAS ist praktisch nahezu ausgeschlossen, immerhin geben die USA Jahr für Jahr über die Hälfte ihres Staatsetats dafür aus, Kriege zum Schutze des zinsbasierten Kreditgeldsystems der Banken aus! Bis auf den Iran und Russland haben sie inzwischen praktisch alle (relevanten) Staaten mit diesem Schneeballsystem infiziert. Und unsere Eliten werden alles nur menschenmögliche tun, um ihr Geldmonopol zu schützen“

Auch behaupten zahlreiche Historiker, daß der 2.Weltkrieg einzig und allein deshalb geführt wurde, weil Deutschlands Nationalsozialisten als eine ihrer ersten Amtshandlungen nach der Machtübernahme 1933 darin bestand, die Geldschöpfung wieder unter die Gewalt der Regierung zu bringen, wo sie hingehört. Als Ergebnis dessen erreichte man 1935 praktisch Vollbeschäftigung im Reich (1933 = 5 Mio. Arbeitslose!).

Die beste und einfachste Erklärung der aus unserem Kreditgeldwesen resultieren globalen Probleme, die das Bedingungslose Grundeinkommen beheben könnte, erklärt der nachfolgende Film über unser Geldsystem übrigens sehr schön…

Grundsätzlich würde ein Bedingungsloses Grundeinkommen dabei helfen, deutlich mehr Geld in Umlauf zu bringen, so daß auch deutlich mehr Produkte konsumiert werden könnten und würden, was der Wirtschaft ein deutliches Wachstum bescheren würde. Was mehr Umlaufkapital – vor allem bei der breiten Masse der „armen Bürger“ bringen kann, zeigte bspw. dieses Mirkokredit-Projekt im Herzen Afrikas, das in einem kleinen Dorf für ein wahres Wirtschaftswunder sorgte!

 

Weitere Informationen über das Bedingungslose Grundeinkommen finden Sie auch beim Netzwerk Grundeinkommen, auf Wikipedia oder auf „Unternimm die Zukunft“

 

Was klingt Eurer Meinung nach utopischer?

Im Zuge zunehmender Automatisierung 1 Mrd. neue Arbeitsplätze schaffen oder Bündelung sämtlicher Sozialleistungen für ein Bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger?

 

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